Das RealExperiment bei ‚Wir sind Revolution‘

Gestern war es also soweit. Wir (Andreas und Gebhard) haben das RealExperiment auf dem Kongress von „Ich bin Revolution“ vertreten.

Es war ein unterhaltsamer Tag, an dem wir zuerst mit unserem Sparringspartner Harald Welzer viel Spaß auf der Bühne hatten (siehe Video), gerade weil er gekonnt auf unsere gespielte Provokation eingegangen ist:

Unser Auftritt hat sowohl positive Aufmerksamkeit, wie auch Entrüstung („Ich fand es maßlos arrogant, wie sie sich präsentiert haben.“) hervorgerufen. Unsere Absicht, dass die Zuhörer neugierig auf uns und das RealExperiment werden, hat sich dabei durchgehend erfüllt. Selbst mit dem verärgerten Zuhörer hatten wir im Anschluss noch ein sehr angenehmes Gespräch über unser Vorhaben.

Ein weiterer interessanter Kontakt ergab sich zu einem Redakteur, der ein Interview mit uns über das RealExperiment machen möchte. Doch dazu mehr, wenn es soweit ist.

Auch hatten wir Kontakt zu www.fluegeltv.de, einem Onlinesender, der sich aus der Protestbewegung zu Stuttgart 21 heraus gegründet hat und sich in zwischen auf die Fahne schreibt, über interessante Inhalte  zu berichten, die man im normalen Fernsehen nicht zu sehen bekommt. fluegel.tv haben wir auch die Videos zu verdanken.

Auch die anderen Beiträge sollen hier nicht unerwähnt bleiben, beinhalten sie doch alle spannende Ideen für eine sinnvolle Erneuerung unserer Gesellschaft. Hier die Videos:

Christina Chondrogianni

Studenten der Universität Witten/Herdecke: A. Ritz, A. Steuernagel, B. Schilling, C. Theil, F. Kollewijn, J. Rüth

Jörn Kruse

Morgendliche Grüße
Andreas & Gebhard

1. Lektion in Demut – prio.walk meets Walk to Talk

Gebhard

Von Experimenten und Beratergruppen

Am 18. Oktober war ich der Dritte und Letzte, der sich mit Ralf und Stefan auf den prio.walk machte. Wir starteten im leicht nebeligen und recht frischen Hipoltstein mit seiner mittelalterlichen Altstadt, um schon bald ruhig und friedlich an einem Kanal in Richtung Nürnberg zu laufen.

Der Tag wurde klarer und die Neugierde zwingender. Ralf und Stefan kannten inzwischen ja alle drei RealForscher, wie Ralf uns genannt hat, konnten an die beiden anderen bereits verschiedene Fragen richten und nutzten nun die Gelegenheit, mich und meine Vorstellung des RealExperiments zu hinterfragen.

Gleich vorne weg. Es war eine sehr wertvolle und berührende Strecke, die wir da zurück gelegt haben. Sie hat mich erneut ins Nachdenken gebracht, darüber was unser Experiment ausmacht und ist. Vielen Dank deshalb an Ralf und Stefan – ganz davon abgesehen, in uns einen Guten Zweck auszumachen, habt ihr uns auch viel gute Gedanken mit auf den Weg gegeben.

Es gibt einige Dinge, die mir auf dem Weg aufgefallen sind und, die ich gerne klären möchte. Nicht alle werden in einen Blogartikel passen. Also wird es noch mehr Lektionen in Demut geben.

Meine erste Lektion findet sich in Ralfs Frage: „Ist das etwa RealExperiment oder was?“ Sie kam nachdem wir über die Gesellschaftsform gesprochen hatten und Ralf wie auch Stefan nachhaltig darauf verwiesen, dass es keine GmbH braucht, um eine Beratergruppe unserer Größe umzusetzen. Und alles andere Dinge sind, die wir auch später noch entscheiden können. Gemäß ihrem Motto: Entscheide so spät wie Du kannst und nur so früh wie Du muss. Ist eine GmbH die sprichwörtliche Kanone, mit der auf Spatzen geschossen wird.

Im Nachdenken über das Gespräch habe ich folgende Annahmen erkannt, die Ralf und Stefan meines Erachtens nach ihren Gedanken zugrunde legen:

  • Agilität und Flexibilität, auch in der Unternehmensstruktur, soll man trägen Zusammenarbeits-Strukturen allemal vorziehen.
  • Unsere Beratergesellschaft ist der Start-Inhalt für die GSWmbH.
  • Für unsre Beratungsleistungen braucht es keine GmbH, die können wunderbar auch mit einer GbR umgesetzt werden. Nur eben viel agiler und flexibler.
  • Für die Beratungsfirma braucht es auch kein Geld von Dritten.

Das hat mich zu folgenden Erkenntnissen gebracht.

  • Für mich ist die Umsetzung der beratergruppe s·w mit einem gleichwertigen Grundeinkommen und allen Mitarbeitern als geschäftsführenden Gesellschaftern nicht das RealExperiment. Und braucht natürlich auch kein Geld von Dritten. Wir werden unsere Beratergruppe zwar auch so entwickeln, allerdings braucht sie in absehbarer Zeit weder eine(n) SekretärIn, noch eine(n) Putzfrau(-mann), noch eine(n) AssistentIn. Es werden hier also drei gleichwertige Menschen unter gleichwertigen Bedingungen zusammen arbeiten. Das ist nichts wirklich Experimentelles oder Überraschendes, finde ich.
    Bis wir da also in spannende experimentelle Regionen vorstoßen, kann einige Zeit vergehen, wenn wir es überhaupt schaffen. Eine Beratungsfirma unter den Konditionen Grundeinkommen + Ermächtigung aufzubauen ist keine Herausforderung und auch kein Experiment. Das Experiment beginnt dort wo das „menschliche Material“ laut betriebswirtschaftlichem Vorurteil nicht geeignet ist, die Verantwortung eines geschäftsführenden Gesellschafters zu übernehmen. Für dieses Experiment würde uns Geld von Dritten wiederum außerordentlich weiter helfen, da es den Zeitraum bis wirklich experimentelle Bedingungen bestehen, die zu testen es lohnt, vehement verkürzt.
  • Die erste Bedingung unseres Experiments kann dadurch deutlicher werden, dass man sie anders herum ausdrückt. Im Film sagen wir: Wir erfinden das Gefäß neu. Durch Ralf und Stefan ist mir klar geworden, was das andersherum bedeutet und welche Herausforderung darin wirklich steckt.
    Der Umkehrschluss ist: Wir brauchen kein konkretes Produkt und keine konkrete Dienstleistung.
    Natürlich haben wir Ideen für Produkte und Dienstleistungen, die wir machen möchten und als sinnvoll ansehen, doch wenn wir die beratergruppe s·w außen vor lassen, wollen wir im Moment nichts wirklich Konkretes vorweisen, das wir -ohne weitere Mitarbeiter – sofort angehen könnten. Unsere Vorstellung ist: Unternehmen ergeben sich um Menschen herum im Rahmen von Interaktionen. Demnach fehlen uns weder Produkte noch Dienstleistungen, stattdessen fehlen uns noch die Menschen, die ihre Produkte und Dienstleistungen oder unsere Ideen gemeinsam mit uns und wir mit ihnen in einer Unternehmung umsetzen wollen. Das Hauptaugenmerk dieser Firma sind nicht die Produkte und Dienstleistungen, sondern das Unternehmensgebäude und seine Kultur. So wird jedes Produkt und jede Dienstleistung, wenn wir uns dafür entscheiden, ein eigenes Geschäftsmodell bekommen und mehr oder weniger – von exorbitant bis überhaupt nicht – wirtschaftlich erfolgreich sein. Der Zweck des Unternehmens für das RealExperiment bleibt: Die langfristig verlässliche Existenz der GSW
    Sprich die erste Bedingung des Experiments ist: Es braucht kein bestimmtes Produkt und keine reelle Dienstleistung, um ein Unternehmen zu Gründen. Die Sehnsucht, anders zusammen arbeiten zu wollen, reicht völlig aus.
  • GmbH oder GbR? Nach abwägen der vielen guten Argumente oder besser gesagt, der vielen Fragen, die Ralf und Stefan gestellt haben, komme ich zum Schluss: Das ist Geschmacksache. Ralf und Stefan haben Recht, dass unsere Unternehmensberatung keine GmbH braucht und wir im Moment auch keinen Unternehmensinhalt haben, der eine GmbH zwingend erforderlich macht. Für mich entsteht das RealExperiment allerdings in der Herausforderung, dass die GSW möglichst schnell produziert, handelt und Dienste leistet und somit alle klassischen Wirtschaftszweige 1. bedient und 2. das unter den gesetzten Bedingungen des Experiments im realen Markt erfolgreich macht. Das wäre der Kern des RealExperiments und dafür ist die GmbH ein gängige und erprobte Gesellschaftsform. Wir prüfen im Moment gemeinsam den Verwaltungs- und Bürokratieaufwand, mit dem sich die GmbH von der GbR unterscheidet. Am Ende aller sachlichen Argumente wird es eine Gefühlsentscheidung bleiben, die sich in den nächsten Wochen vollzieht und zu einer Gründung führen wird ;).

Soweit erst einmal die erste Lektion in Demut – weitere werden folgen …

Gruß Gebhard

Ihr habt es geschafft!

Wir sind dabei am 29. Oktober auf der Utopia Konferenz 2010

Jetzt ist es offiziell. Ihr habt uns auf die Utopia Konferenz 2010 gewählt.
Doch nicht nur das – Wir sind die unangefochtene Nummer 1 im Bereich „Projekte und Ideen“

Vielen Dank!!!

So ist es nun klar, dass wir am 29. Oktober 2010 um 14:00 Uhr im Raum „Workshop“ bei unserm Host „Martin“ unsere fünf Minuten auf der Utopia Konferenz gestalten werden!

So macht Web 2.0 Spaß!

Andreas, Gebhard & Markus

PS: Wir werden versuchen ein Video davon zu machen und es hier sowie in unserem YouTube-Kanal zu veröffentlichen.

PPS: Es ist noch nicht ganz klar, doch vermutlich werden wir im Rahmen der Utopia Konferenz auch einen Walk to Talk in Berlin machen. Mehr dazu bald hier auf dem Blog

RealExperiment der Film


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Hallo alle zusammen,

endlich ist es soweit, der Film zum RealExperiment ist fertig! Hier die Basics zu unserem Vorhaben:

Was ist die Absicht des RealExperiments, wozu wird es gemacht? Das Ziel besteht darin, eine neue Arbeitswelt unter den Bedingungen der realen Wirtschaft zu testen.

Welche Aspekte der neuen Arbeitswelt werden getestet?

  1. Management Innovation anstatt von Innovations Management: Es geht uns vor allem um das Gefäß, den unternehmerischen Rahmen. Die Produkte und Leistungen werden zu Beginn nur das Vehikel sein, um die neue Form der Unternehmensstruktur und -kultur zu testen.
  2. Ermächtigen anstatt zu entmachten:  Im Experiment wird es nicht weniger Manager geben. Vielmehr werden alle Mitarbeiter zu formal gleichrangigen geschäftsführenden Gesellschaftern. Sprich alle werden Manager. Damit verfügen alle über dieselben Rechte und Pflichten. Daraus folgt nicht, dass es keine Hierarchie gäbe. Nur eben keine formale. Unrealistisch? Lächerlich? Verrückt? Deshalb wird es dem Praxistest unterzogen!
  3. Gleichwertigkeit anstatt von Leistungsgerechtigkeit: Alle Mitarbeiter verdienen als Grundlage gleich viel. Wir wenden die Idee des Grundeinkommens in Unternehmen an. Denn bis heute gibt es keinen schlüssigen Beweis, dass die eine individuelle Leistung einen größeren Beitrag zum Mehrwert liefert, als eine andere.

Wer macht das RealExperiment? Die Mitarbeiter der GESELLSCHAFT SINNVOLL WIRTSCHAFTEN (GSWmbH) – aktuell die Initiatoren Gebhard Borck, Markus Stegfellner und Dr. Andreas Zeuch

Wo ist das Labor: Aktuell der deutsche Markt, in Perspektive der Weltmarkt

Begleiter: Alle, die wollen

Möglichkeiten zur Beteiligung: Internet, finanzielle Unterstützung, das RealExperiment bekannt machen, persönliche Treffen zum Beispiel beim Walk to talk, Vorträge, Produkte und Leistungen der Gesellschaft einkaufen

Was produziert oder leistet die GESELLSCHAFT SINNVOLL WIRTSCHAFTEN? Sie macht das, was ihre Mitarbeiter machen wollen, was deren Ansicht nach sinnvoll für das Gemeinwohl ist und sich im Markt durchsetzen kann. Augenblicklich sind das Beratungsleistungen rund um das Thema sinnvoll wirtschaften. Zudem gibt es verschiedene Softwareprodukte in unterschiedlichen Reifegraden, die in die Produktpalette der GSWmbH übergehen werden. Über die Zeit wird sich dann zeigen, welche Produkte und Leistungen von den Mitarbeitern angeboten werden wollen, Sinn haben und sich am Markt durchsetzen können.

Alles Weitere ist im Fluss – dieser kann hier im Blog und im persönlichen Kontakt mit uns beobachtet und | oder in neue Bahnen geleitet werden.

Wenn jetzt und nach dem Film noch Fragen offen sind – was gut sein kann – dann scheut Euch nicht, uns eine Mail zu schreiben oder einfach anzurufen. Alle Kontaktmöglichkeiten findet ihr in der oberen Navigationsleiste unter „kontakt | impressum„. Wir freuen uns auf einen kritischen, konstruktiven und produktiven Austausch.

PS: Gebt den Link zum Film weiter, nehmt ihn in euren Blog auf oder ladet ihn runter und verteilt ihn, damit das RealExperiment so schnell wie möglich wirklich wird!

Die verblüffende Wahrheit darüber, was uns motiviert

Letzte Woche habe ich meine eNformationen (der Newsletter über Sinnkopplung) versendet und darin auch eine ausführliche Beschreibung des RealExperimentes.

Inzwischen kamen die ersten Reaktionen und Frank hat mir den Link auf  ein Video (siehe unten) von Dan Pink zusammen mit RSA Animation geschickt. In ihm erfahren wir so einiges über die Mythen und die Wahrheiten zu Anreizsystemen und Motivation.

Vielen Dank an Frank für diese Anregungen, wenn jemand etwas Ähnliches findet und möchte, dass wir es hier veröffentlichen, schickt es einfach an mich gebhard.borck@sinnvoll-wirtschaften.de und ich bringe es in den Blog.

PS: Ja, wir denken Dan Pink hat recht – Wir können Organisationen aufbauen, mit denen es uns wohlständisch besser geht, wir können sie allerdings auch zusätzlich so gestalten, dass die Welt ein wenig besser wird!

Viele Grüsse
Gebhard

Das RealExperiment unterstützen …

Hallo,

hier das versprochene Video für alle, die sich eine Vorstellung davon machen wollen, wie sie uns unterstützen können. Natürlich stehen wir auch eigenen Ideen und Vorschlägen offen.

Meldet euch einfach bei uns oder schreibt ein Kommentar, was fehlt, gut ist, noch gebraucht wird, verwirrt etc.

Jetzt aber viel Spaß beim Video:

Hier findet ihr die Banner Codes, die im Video angepriesen werden.

Hier noch mal die Bankverbindung: BLZ 66650085, Sparkasse Pforzheim; Kto: 22 11 009; Inhaber: Gebhard Borck – internationale Verbindungen finden sich am Ende des Films

Weitere Beiträge, die sich damit  beschäftigen, wie man uns unterstützen/ bei uns mitmachen kann:

go human

Neues Video …

in den letzen Tagen und Wochen habe ich immer wieder TEDtalks-Beiträge geschaut und darin gibt es unterschiedliche SUPER-Themen, in denen unglaubliches Potential steckt, dass es in Weiterentwicklung, Fortkommen und Kommerz umzumünzen gilt. Hier die wichtigsten:

  • go green (Stromsparen bei WalMart, Combifuel aus Brasilien und dergleichen)
  • sustainability oder das schöne deutsche Nachhaltigkeit (Ökologischer Footpringt, Ökobilanzen, CO2-Bilanzen etc. fallen hier rein)
  • Enterprise 2.0 (die neuen Webtechnologien – Communities, Wikies, Blogs, Twitter usw. – für Unternehmen nutzbar machen)
  • Menschen, die sich in Clustern oder Hubs zusammen finden und zwar nicht dem gleichen Unternehmen angehören allerdings dennoch physisch im selben Großraumbüro arbeiten.
  • Corporate Social Responsibility (CSR) steht für übergreifendes soziales Engagement sowohl im Unternehmen wie auch in der Gesellschaft.

Alle Themen finde ich spannend und es freut mich immer wieder, was dazu schon alles unternommen wird und doch hat es eine schalen Beigeschmack. In keinem der Vorträge oder Präsentationen habe ich gesehen, dass wir an der Art und Weise, wie wir führen, wie wir managen, wirklich viel zu ändern hätten. Ein wenig Korrektur hier und ein bisschen Kosmetik da, dann ist schon alles gut. Hauptsache wir kommen im Megatrend – go green, Enterprise 2.0, CSR etc. – weiter und engagieren uns überdurchschnittlich.
Dabei ist das alles unter einen Hut zu bekommen, man muss sich halt zu den Menschen und zum Sinn hin orientieren, denn welchen Sinn könnte es da machen

  • nicht nachhaltig zu wirtschaften
  • nicht die neue und nützliche Technologien zu verwenden
  • nicht in Gruppen zusammen zu arbeiten
  • nicht in die soziale Verantwortung auch gesellschaftlich zu gehen.

Aus all diesen Gedanken ist dann das folgende Präsentationsfilmchen entstanden, bei dem ich Euch viel Spaß wünsche …

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