RealExperiment 1. Kennenlerntag

Am 11. Februar 2011 veranstalten wir den ersten RE Kennenlerntag!

Worum geht es?
In den letzten Monaten gab es nicht nur Geschichten, Diskussionen und Walk to Talks im Zusammenhang mit dem RealExperiment. Es gab und gibt auch einige handfeste Anfragen, beim RealExperiment mitzuwirken/ teilzunehmen.

Dabei gibt es unterschiedlichste Ebenen der Teilnahme. So gibt es Anfragen als Mitarbeiter einzusteigen ebenso, wie etwa das RealExperiment journalistisch oder berichtend zu begleiten bzw. zum Inhalt einer wissenschaftlichen Arbeit zu machen. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Energie, den Willen eigene Risiken für das RealExperiment einzugehen und die Bereitschaft eigene Arbeitskraft – im positivsten Sinne des Wortes – in das RealExperiment zu stecken.

In den letzen beiden Tagen haben wir uns zusammen gesetzt und auch darüber gesprochen, wie wir mit diesem Markt-Zug, diesem Willen zur Partizipation umgehen. Wir stehen mit dem RealExperiment also vor der Aufgabe, Personal- und Kooperationsentscheidungen zu treffen. Dabei sind wir sicher: Das kann nur in einem gemeinsamen persönlichen Austausch passieren. Es geht nicht um ein Assesment-Verfahren, dennoch geht es um Prüfung für beide Seiten. Es gilt zu prüfen, ob und wie wir zusammen arbeiten können und wodurch daraus ein Mehr für alle entsteht.

Keine neue Aufgabe für Unternehmen und doch haben wir uns auf die Fahne geschrieben, es anders zu machen. Unser Anfang wird ein Kennenlerntag am 11. Februar 2010 im Forum Hohenwart sein. Zum Selbstkostenbeitrag sind Menschen eingeladen, die sich im RealExperiment engagieren wollen. Dieser erste Schritt eines Zusammenkommens kennt noch keine Unterscheidung in Mitarbeiter, Kooperationspartner, Multiplikatoren oder Anderes. Es bringt Menschen zusammen, die wollen, dass das RealExperiment eine Priorität in ihrem Leben hat.
Einige Menschen werden wir konkret und persönlich einladen. Für alle anderen gilt: Wenn Du mitmachen willst, melde Dich bitte persönlich bei uns, denn die Teilnehmerzahl ist aufgrund der Räumlichkeiten begrenzt. Vielen Dank dafür im voraus.

Wo wird es stattfinden/ Was ist mein Aufwand?
Wir haben bereits einen Seminarraum im Forum Hohenwart bei Pforzheim reserviert. Die Teilnahme findet zum Selbstkostenpreis statt. Sprich Essen, Trinken und Reise bezahlt jeder selbst. Die anfallenden Raumkosten bestreiten wir aus den bisher getätigten Geschenken.

Wir freuen uns auf das Kennenlernen!

Andreas, Gebhard und Markus

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realforschen oder: Wann ist das RealExperiment ein Experiment?

Oder between Kienitz and Zollbrücke, Germany

Image via Wikipedia

Hallo,

Andreas hat in seinem Beitrag „Wann ist ein Unternehmen ein Unternehmen?“ bereits zu einem der beiden Hauptthemen Stellung genommen, die uns in den letzten Wochen in der wirklichen zwischenmenschlichen Auseinandersetzung über das RealExperiment immer wieder begegnet sind. Das zweite Thema ist das RealExperiment selbst oder besser die Fragen: Was ist ein RealExperiment? und wann ist es eins?

Wir haben festgestellt, dass bereits das Wort RealExperiment bei vielen Menschen Kreativität anstößt und ein gerüttelt Maß an Leistungswillen auslöst, im eigenen (Arbeits-)Leben auch ein wirkliches Experiment zu wagen. Wir freuen uns über diese Reaktion und darauf, dass immer mehr Menschen sich auch trauen, tatsächlich in einen solchen Versuch einzutauchen.

In den Gesprächen ist es uns allerdings auch passiert, dass wir „unser“ RealExperiment schnell wieder von den vorgestellten Ideen abgrenzen und auf eigene Beine stehen wollten. Das ist schon deshalb wichtig, da viele von den genannten Einfällen zwar für die Menschen ein wirkliches Experiment sind, in unserem Möglichkeitsraum allerdings nichts tatsächlich  Experimentelles aufweisen.
Ein reales Experiment war beispielsweise die Idee zweier Experten, tatsächlich ein Projekt zu akquirieren, welches man dann nach den eigenen Qualitätsvorgaben abwickelt, anstatt sich nur eine neue Vorgehensweise auszudenken und deren Umsetzung zu beschreiben. Also ungefähr so, als ob ein Agrarforschungsinstitut nicht nur neue Düngemittel entwickelt, sondern auch eigene, ganz normale Bauernhöfe betreibt und mit den eigenen Düngemitteln versucht im Wettbewerb zu bestehen.

Das allein mit dem Wort Realexperiment solch konkrete Einfälle zutage kommen ist beeindruckend und erfreulich. Auffallend war allerdings auch, wie diese Einfälle unser RealExperiment in ein ganz anderes Licht gerückt haben, als wir es verstehen. Nicht zuletzt die vielen real Experimente der anderen Menschen bringen diesen Blogpost hervor, mit dem wir unseren eigenen Fokus nicht nur geschärft haben, sondern hoffentlich auch noch besser verständlich machen:

Den Rest des Beitrags lesen »

Das RealExperiment will die Podien stürmen

Hallo alle zusammen,

die letzen Wochen ist es hier im Blog und im WWW bezüglich des RealExperimentes ein wenig ruhig geworden. Gründe gibt es dafür viele, ein entscheidender ist: Wir waren in der Realität unterwegs.

Wir sind geschäftlich gereist, haben Vorträge, Workshops und Beratungsaufträge gemacht und einen euphorisierenden PerspektivGewinn im neuen Format erleben dürfen. Vielen Dank an die Teilnehmer!

In der ganzen Zeit haben wir erfahren: Nicht nur im Web ist die Sehnsucht nach neuem, sinnvollem Wirtschaften und die Zustimmung zu unseren Ideen groß, auch in der Wirklichkeit in der körperlichen 3-D-Welt jenseits aller SIMS wollen Menschen es anderes machen und sind bereit auch etwas dafür zu riskieren.

Auch heute ist Markus bereits wieder unterwegs, um die Kontakte, die wir im Walk to Talk in Wien geknüpft haben, zu vertiefen. Auf dem Weg zum Flughafen hat er uns zugerufen: „Das RealExperiment will die Podien stürmen!“ Doch was heißt das?

Wir lesen gerade in der Stuttgarter Zeitung eine Reihe über das neue Wirtschaften und auch sonst finden wir viele Berichte darüber, dass die (Arbeits-)Welt im Aufbruch ist. Fast immer haben wir Lust etwas beizutragen und doch sind wir meistens zu spät dran. Eure Unterstützung, die uns auf die Utopia Konferenz brachte, hat uns gezeigt: In der Gemeinschaft kommen wir auf die Podien, in die Presse und an eine breitere Öffentlichkeit.

Wir drei Gründer des RealExperiments wollen gerne dorthin gehen, die Gedanken zum sinnvollen Wirtschaften vertreten, provozieren, aufwecken und mitnehmen, der Revolution im Denken den Weg bereiten und dafür gerade stehen, dass es auch sinnvoll und füreinander geht.

Gerne bitten wir Euch deshalb auch hierbei um Unterstützung. Wenn Ihr von einer Ausschreibung, einem Call for Papers zu einer Konferenz hört, bei der wir auf keinen Fall fehlen dürfen, weißt uns darauf hin, damit wir uns bewerben können. Wenn ihr einen Kontakt zur Presse oder anderen öffentlichen Kanälen habt und sich dort etwas auftut, bei dem unser Blickwinkel auf die Wirtschaft nicht fehlen darf, bringt uns ins Gespräch. Verhelft dem RealExperiment zu mehr Sichtbarkeit und erfahrt auf dem Block, was daraus alles entstehen kann!

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit:

  • Über 6.000 Besucher waren bereits auf unserem Blog
  • Der Film wurde knapp 900 mal aufgerufen
  • Wir haben bereits mehr als 600,00 Euro geschenkt bekommen
  • Ihr habt uns auf Platz 1 der Gastbeiträge zur Utopia-Konferenz gewählt
  • Mehr als 20 Menschen haben an unseren Walk to Talks teilgenommen und uns spannende neue Ideen sowie Kontakte mit auf den Weg gegeben.

Noch im Dezember werden wir uns zusammen setzen und die formale Ebene der Gesellschaft weiter entwickeln, so dass es auch bald ein formales und juristisches Konstrukt geben wird. Vielen Dank für Eure kritischen Gedanke auch dazu … Wir freuen uns auf die Zukunft, soviel ist sicher ;)!

Viele Grüsse und ran an die Mundpropaganda
Andreas, Gebhard & Markus

Wann ist ein Unternehmen ein Unternehmen?

The world's first AC locomotive (Power: 3 phas...

Die erste elektrische Lokomotive - da stand wie gewohnt die Produktidee am Anfang. Bild von Wikipedia

Das RealExperiment darf es eigentlich nicht geben. Wir haben kein Existenzrecht. Zumindest dann nicht, wenn man einer der letzten Kritiken glauben darf, die dem RealExperiment gegenüber geäußert wurde. Und warum, mag sich jetzt der eine oder die andere von Euch fragen, darf es uns nicht geben? Ganz einfach: Weil wir (noch) über kein Geschäftsmodell verfügen. Und keine Produktidee. Damit stellt sich – durchaus verständlich – die Frage, wann ein Unternehmen ein Unternehmen ist. Oder anders formuliert: Braucht ein Unternehmen in der Startphase eine Produkt- oder Dienstleistungsidee, um als Unternehmen gelten zu dürfen?

Diesem Artikel ging eine intensive interne Debatte von Gebhard, Markus und mir voraus. Ich klebte an unseren bisherigen Produktideen wie die Klette an der Hose. „Ja aber“, tönte ich, „wir haben sogar mehr als bloße Ideen. Es existieren doch sogar schon Produkte!“ Nun, es ist schön, wenn man seine Meinung überdenken und in der Folge des Reflektierens ändern kann (das jedenfalls macht echtes Denken aus, wie ich schon in meinem Buch „Feel it!“ schrieb).

Ich möchte die Frage nochmals drehen: Was passiert, wenn ein zu gründendes Unternehmen zu Beginn eine Produktidee hat, die deren Gründer mit diesem Unternehmen verwirklichen möchten? Ganz einfach: Es wird ein dazu passendes Geschäftsmodell geben und meist einen Businessplan. Denn schließlich wollen die Banken und Gesellschafter gerne glauben zu wissen, welche Chancen und Risiken mit einem möglichen Einsatz von Eigen- und Fremdkapital verbunden sind, um zu entscheiden, ob sie Kapital einsetzen oder nicht (aber das ist eine andere Geschichte…). Desweiteren versuchen die Unternehmensgründer, die nötigen strukturellen und personalen Ressourcen für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung des Produktes bereitzustellen. Und damit sind wir bereits in der alten, bestenfalls gesunden Art und Weise zu wirtschaften. Warum?

Ein Beispiel: Angenommen, wir wollen im RealExperiment Tamagotchis herstellen und damit reich werden. Dann werden wir gezielt nach den entsprechenden Personen mit den passenden Qualifikationen suchen. Der Fokus unserer Suche liegt zwangsläufig auf der Sache, nicht auf den Menschen. Wir wickeln die Personen und sonstigen Ressourcen um das Produkt herum. Uns würde in erster Linie interessieren, ob die potentiellen Angestellten verbrieftes Know-How in Form von Zeugnissen haben, die sie für uns attraktiv machen. Und natürlich gäbe es an dieser Stelle zwangsläufig die erste Anweisung: Du darfst bei uns anfangen zu arbeiten, wenn Du unsere tolle Idee umsetzt. Wenn wir mutig wären, würden wir noch konstruktive Kritik erlauben. Aber eines sicher nicht: Die evolutionäre Prüfung unserer Produktidee gemeinsam mit den Menschen, mit denen wir zusammen arbeiten wollen. Nein, wir würden unausgesprochen anweisen. Und schwupp wäre sie da, die formalisierte Hierarchie.

Danach würden wir noch – wir sind ja modern – auf die sozialen „Schlüsselkompetenzen“ achten. Aber wir würden sicher niemanden einstellen, der erst mal lernen muss, ein Tamagotchi zu konstruieren. Das wäre auch reichlich unsinnig, weil wir unser Personal erst mal zur entsprechenden Ausbildung in einer Berufsschule, einer Fach- oder universitären Hochschule schicken müssten. Und dann würde es ein paar Jahre dauern, bis wir mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung beginnen können. Klipp und Klar: Unter dieser Prämisse wäre dieses Vorgehen sinnlos.

Wir haben die Wahl: Den Menschen oder die Sache in den Mittelpunkt stellen.

Wir haben die Wahl: Den Menschen oder die Sache in den Mittelpunkt stellen.

Ganz anders ist aber, wenn wir folgende vier Annahme vorausschicken: Menschen

  • sind kreativ
  • wollen gestalten
  • streben nach Sinn
  • sind soziale Wesen

Genau das glauben wir im RealExperiment. Und wir gehen davon aus, dass Menschen, wenn sie in einem entsprechenden Möglichkeitsraum zusammenfinden, um etwas zu unternehmen, Produkte und Dienstleistungen erfinden werden, die sie dann auch verwirklichen wollen. Wenn wir uns dementsprechend verhalten, passiert etwas vollkommen Anderes und Neues: Wir fokussieren uns auf die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten wollen und suchen diejenigen, bei denen zunächst mal die Chemie zwischen uns stimmt und die die obigen vier Grundannahmen besonders ausgeprägt erfüllen. Und das ist der Beginn einer auf den Menschen ausgerichteten Wirtschaft.

Im nächsten Schritt legen dann alle Beteiligten ihre Produkt- und Dienstleistungsideen auf den Tisch – natürlich auch wir selbst. Dann werden diese Ideen gemeinsam auf einer Augenhöhe geprüft. Auf Ihren Sinn, ihre Machbarkeit, den möglichen Erfolg und last but not least: die Talente und Leidenschaften der einzelnen Menschen, an der Verwirklichung der jeweiligen Ideen mitzuwirken.

Übrigens ist auf ähnliche Weise einer der heutigen drei Generaldirektoren von Guardian Industries Europe eingestellt worden. Es gab keinerlei Stellenbeschreibung, keine vorgefertigte Aufgabe sondern nur die Möglichkeit, das Luc Theis sich im Unternehmen umschaut und anschließenden einen Vorschlag macht, wo er einen Mehrwert beisteuern kann. Wen es interessiert: Die Story, die Herr Theis in einem persönlichen Interview berichtete, ist ebenfalls in meinem aktuellen Buch nachzulesen (S. 204f).

Damit steht für uns fest: Ein Unternehmen ist auch ohne vorher fixe Produktidee mit dem dazu passenden Geschäftsmodell ein Unternehmen. Konkret: Das RealExperiment ist in seiner Gründungsphase sehr wohl ein Unternehmen. Wir sind beruhigt. Wir können wieder schlafen. Denn wir dürfen doch existieren.

Herzliche Grüße

Andreas

Video von unserem „Vortrag“ zum RealExperiment bei der Utopia-Konferenz

 

Die Utopia-Community hat uns zum Lieblingssprecher im Open-Programm gewählt. Danke noch mal Allen, die für das RealExperiment gevotet haben.

Für alle, die den Livestream der Utopia-Konferenz nicht verfolgen konnten, ist hier jetzt das (selbstgedrehte) Video.

 

 

Sobald wir von Utopia das Livestream-Material haben, werden wir das ebenfalls hier bereitstellen.

 

Herzliche Grüße

Markus

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1. Lektion in Demut – prio.walk meets Walk to Talk

Gebhard

Von Experimenten und Beratergruppen

Am 18. Oktober war ich der Dritte und Letzte, der sich mit Ralf und Stefan auf den prio.walk machte. Wir starteten im leicht nebeligen und recht frischen Hipoltstein mit seiner mittelalterlichen Altstadt, um schon bald ruhig und friedlich an einem Kanal in Richtung Nürnberg zu laufen.

Der Tag wurde klarer und die Neugierde zwingender. Ralf und Stefan kannten inzwischen ja alle drei RealForscher, wie Ralf uns genannt hat, konnten an die beiden anderen bereits verschiedene Fragen richten und nutzten nun die Gelegenheit, mich und meine Vorstellung des RealExperiments zu hinterfragen.

Gleich vorne weg. Es war eine sehr wertvolle und berührende Strecke, die wir da zurück gelegt haben. Sie hat mich erneut ins Nachdenken gebracht, darüber was unser Experiment ausmacht und ist. Vielen Dank deshalb an Ralf und Stefan – ganz davon abgesehen, in uns einen Guten Zweck auszumachen, habt ihr uns auch viel gute Gedanken mit auf den Weg gegeben.

Es gibt einige Dinge, die mir auf dem Weg aufgefallen sind und, die ich gerne klären möchte. Nicht alle werden in einen Blogartikel passen. Also wird es noch mehr Lektionen in Demut geben.

Meine erste Lektion findet sich in Ralfs Frage: „Ist das etwa RealExperiment oder was?“ Sie kam nachdem wir über die Gesellschaftsform gesprochen hatten und Ralf wie auch Stefan nachhaltig darauf verwiesen, dass es keine GmbH braucht, um eine Beratergruppe unserer Größe umzusetzen. Und alles andere Dinge sind, die wir auch später noch entscheiden können. Gemäß ihrem Motto: Entscheide so spät wie Du kannst und nur so früh wie Du muss. Ist eine GmbH die sprichwörtliche Kanone, mit der auf Spatzen geschossen wird.

Im Nachdenken über das Gespräch habe ich folgende Annahmen erkannt, die Ralf und Stefan meines Erachtens nach ihren Gedanken zugrunde legen:

  • Agilität und Flexibilität, auch in der Unternehmensstruktur, soll man trägen Zusammenarbeits-Strukturen allemal vorziehen.
  • Unsere Beratergesellschaft ist der Start-Inhalt für die GSWmbH.
  • Für unsre Beratungsleistungen braucht es keine GmbH, die können wunderbar auch mit einer GbR umgesetzt werden. Nur eben viel agiler und flexibler.
  • Für die Beratungsfirma braucht es auch kein Geld von Dritten.

Das hat mich zu folgenden Erkenntnissen gebracht.

  • Für mich ist die Umsetzung der beratergruppe s·w mit einem gleichwertigen Grundeinkommen und allen Mitarbeitern als geschäftsführenden Gesellschaftern nicht das RealExperiment. Und braucht natürlich auch kein Geld von Dritten. Wir werden unsere Beratergruppe zwar auch so entwickeln, allerdings braucht sie in absehbarer Zeit weder eine(n) SekretärIn, noch eine(n) Putzfrau(-mann), noch eine(n) AssistentIn. Es werden hier also drei gleichwertige Menschen unter gleichwertigen Bedingungen zusammen arbeiten. Das ist nichts wirklich Experimentelles oder Überraschendes, finde ich.
    Bis wir da also in spannende experimentelle Regionen vorstoßen, kann einige Zeit vergehen, wenn wir es überhaupt schaffen. Eine Beratungsfirma unter den Konditionen Grundeinkommen + Ermächtigung aufzubauen ist keine Herausforderung und auch kein Experiment. Das Experiment beginnt dort wo das „menschliche Material“ laut betriebswirtschaftlichem Vorurteil nicht geeignet ist, die Verantwortung eines geschäftsführenden Gesellschafters zu übernehmen. Für dieses Experiment würde uns Geld von Dritten wiederum außerordentlich weiter helfen, da es den Zeitraum bis wirklich experimentelle Bedingungen bestehen, die zu testen es lohnt, vehement verkürzt.
  • Die erste Bedingung unseres Experiments kann dadurch deutlicher werden, dass man sie anders herum ausdrückt. Im Film sagen wir: Wir erfinden das Gefäß neu. Durch Ralf und Stefan ist mir klar geworden, was das andersherum bedeutet und welche Herausforderung darin wirklich steckt.
    Der Umkehrschluss ist: Wir brauchen kein konkretes Produkt und keine konkrete Dienstleistung.
    Natürlich haben wir Ideen für Produkte und Dienstleistungen, die wir machen möchten und als sinnvoll ansehen, doch wenn wir die beratergruppe s·w außen vor lassen, wollen wir im Moment nichts wirklich Konkretes vorweisen, das wir -ohne weitere Mitarbeiter – sofort angehen könnten. Unsere Vorstellung ist: Unternehmen ergeben sich um Menschen herum im Rahmen von Interaktionen. Demnach fehlen uns weder Produkte noch Dienstleistungen, stattdessen fehlen uns noch die Menschen, die ihre Produkte und Dienstleistungen oder unsere Ideen gemeinsam mit uns und wir mit ihnen in einer Unternehmung umsetzen wollen. Das Hauptaugenmerk dieser Firma sind nicht die Produkte und Dienstleistungen, sondern das Unternehmensgebäude und seine Kultur. So wird jedes Produkt und jede Dienstleistung, wenn wir uns dafür entscheiden, ein eigenes Geschäftsmodell bekommen und mehr oder weniger – von exorbitant bis überhaupt nicht – wirtschaftlich erfolgreich sein. Der Zweck des Unternehmens für das RealExperiment bleibt: Die langfristig verlässliche Existenz der GSW
    Sprich die erste Bedingung des Experiments ist: Es braucht kein bestimmtes Produkt und keine reelle Dienstleistung, um ein Unternehmen zu Gründen. Die Sehnsucht, anders zusammen arbeiten zu wollen, reicht völlig aus.
  • GmbH oder GbR? Nach abwägen der vielen guten Argumente oder besser gesagt, der vielen Fragen, die Ralf und Stefan gestellt haben, komme ich zum Schluss: Das ist Geschmacksache. Ralf und Stefan haben Recht, dass unsere Unternehmensberatung keine GmbH braucht und wir im Moment auch keinen Unternehmensinhalt haben, der eine GmbH zwingend erforderlich macht. Für mich entsteht das RealExperiment allerdings in der Herausforderung, dass die GSW möglichst schnell produziert, handelt und Dienste leistet und somit alle klassischen Wirtschaftszweige 1. bedient und 2. das unter den gesetzten Bedingungen des Experiments im realen Markt erfolgreich macht. Das wäre der Kern des RealExperiments und dafür ist die GmbH ein gängige und erprobte Gesellschaftsform. Wir prüfen im Moment gemeinsam den Verwaltungs- und Bürokratieaufwand, mit dem sich die GmbH von der GbR unterscheidet. Am Ende aller sachlichen Argumente wird es eine Gefühlsentscheidung bleiben, die sich in den nächsten Wochen vollzieht und zu einer Gründung führen wird ;).

Soweit erst einmal die erste Lektion in Demut – weitere werden folgen …

Gruß Gebhard

Das RealExperiment auf der Utopia-Konferenz 2010

Der Countdown zu unserem Auftritt auf der Utopia-Konferenz 2010 läuft. Nächste Woche um diese Zeit werden Andreas und Markus schon im ICE (na, wie denn auch sonst bei diesem Anlass??!) unterwegs nach Berlin sein. Das Manuskript für unseren Beitrag im Open Programm der Konferenz ist bereits in der 3. Version und so gut wie fertig.

Wir sprechen am 28. Oktober 2010 um 17,30 Uhr im Raum Break Out. Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch und versprechen eine emotionale Inszenierung, die die Herzen und Gehirne unserer Teilnehmer ansprechen und bewegen wird!

Sagt uns bitte Bescheid, wenn Ihr auch auf der Konferenz seid. So können wir uns schon vorab persönlich verabreden.

Ein Internet-Livestream ist von den Veranstaltern auch angekündigt. Sobald wir mehr dazu wissen, werden wir Euch darüber informieren.

Bleibt auf dem Laufenden in Twitter unter #RealExperimentaufUtopia2010.

Und hier ist noch der Querverweis auf den Walk to Talk Berlin, der ebenfalls im Rahmen der Utopia-Konfernez von uns durchgeführt wird.

Wir sind gespannt auf die Gespräche und die Vernetzung mit leidenschaftlichen Protagonisten einer neuen Wirtschaft nach dem Motto: sinnvoll wirtschaften ist möglich!

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