Eiersuche auf Affenmärchen beginnt

Das erste freie Buch der Edition sinnvoll·wirtschaftenHallo BlogleserInnen,

heute mache ich ein wenig Werbung in eigener Sache. Keine Angst, es muss Euch nichts kosten!

Am Montag, den 04. April 2011 beginnt die Publikation meines Buchs ‚Affenmärchen – Arbeit frei von Lack und Leder‘.
Was heißt hier Buch?
Was heißt hier beginnt?
In den letzten Monaten habe ich ein Buch über meine/ unsere Vorstellungen von Arbeit, sinnvoller Wirtschaft, Sinnkopplung usw. geschrieben. Für die Veröffentlichung des Buches haben wir, Andreas, Markus und ich, uns überlegt, dass die Publikation auf Gedeih und Verderb über einen Verlag gar nicht anstrebenswert ist (mehr dazu in der Geschichte des Buchs). Stattdessen haben wir uns entschieden, ein freies Buch daraus zu machen.

Weil auch hier im Blog immer wieder Fragen gestellt wurden, die im Buch beantwortet werden und zu denen es im Buch weiterführende Anregungen gibt, sehe ich es als sinnvoll an, auf den Start der Veröffentlichung am Montag hinzuweisen. Denn, wer den Blog abonniert, erhält täglich eine Portion Affenmärchen und bis zum 13. September hat sie/ er das gesamte Buch gelesen!
Bis zum Montag gibt es die Einführung ins Affenmärchen – Eiersuchen, bei dem ein Vortrag für Euch heraus springen kann!

Wer sich immer noch nicht sicher ist, ob er das Buch haben möchte, kann jetzt noch den Klappentext lesen, alle anderen gehen einfach mal rüber zu Affenmärchen:

Die Wirtschaft wie wir sie aus dem letzten Jahrhundert kennen, funktioniert heute nicht mehr. Geldgier und Gewinnstreben als Antrieb haben genauso versagt wie das kollektive System der abhängigen Beschäftigung mit all seiner Reglementierung, Einschränkung und Steuerung.

Wollen so Menschen wirklich leben? Wenn die hierarchische Konzernplanwirtschaft der heutigen DAX-Unternehmen genauso unmenschlich, ungerecht und dysfunktional ist wie das neoliberale Freiheitsdenken der 80er-Jahre-Tycoons und die väterlich autokratische Monarchie des Mittelstandes, was dann stattdessen?

Gebhard Borck zeigt die Lösung: Setzen Sie doch Ihre Mitarbeiter frei! Wenn Unternehmen auf abhängige Beschäftigung verzichten und stattdessen eine Sinnfläche bieten, an die sich Mitarbeiter freiwillig koppeln, dann können Unternehmen aus sich heraus gleichermaßen sinnvoll, nachhaltig und erfolgreich agieren.

Wie kann das funktionieren? Dieses visionäre wie provokative Wirtschaftssachbuch durchleuchtet nichts weniger als die Zukunft von Wirtschaft und Arbeit.

Viele Grüsse und viel Spaß beim Lesen
Gebhard

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1. Lektion in Demut – prio.walk meets Walk to Talk

Gebhard

Von Experimenten und Beratergruppen

Am 18. Oktober war ich der Dritte und Letzte, der sich mit Ralf und Stefan auf den prio.walk machte. Wir starteten im leicht nebeligen und recht frischen Hipoltstein mit seiner mittelalterlichen Altstadt, um schon bald ruhig und friedlich an einem Kanal in Richtung Nürnberg zu laufen.

Der Tag wurde klarer und die Neugierde zwingender. Ralf und Stefan kannten inzwischen ja alle drei RealForscher, wie Ralf uns genannt hat, konnten an die beiden anderen bereits verschiedene Fragen richten und nutzten nun die Gelegenheit, mich und meine Vorstellung des RealExperiments zu hinterfragen.

Gleich vorne weg. Es war eine sehr wertvolle und berührende Strecke, die wir da zurück gelegt haben. Sie hat mich erneut ins Nachdenken gebracht, darüber was unser Experiment ausmacht und ist. Vielen Dank deshalb an Ralf und Stefan – ganz davon abgesehen, in uns einen Guten Zweck auszumachen, habt ihr uns auch viel gute Gedanken mit auf den Weg gegeben.

Es gibt einige Dinge, die mir auf dem Weg aufgefallen sind und, die ich gerne klären möchte. Nicht alle werden in einen Blogartikel passen. Also wird es noch mehr Lektionen in Demut geben.

Meine erste Lektion findet sich in Ralfs Frage: „Ist das etwa RealExperiment oder was?“ Sie kam nachdem wir über die Gesellschaftsform gesprochen hatten und Ralf wie auch Stefan nachhaltig darauf verwiesen, dass es keine GmbH braucht, um eine Beratergruppe unserer Größe umzusetzen. Und alles andere Dinge sind, die wir auch später noch entscheiden können. Gemäß ihrem Motto: Entscheide so spät wie Du kannst und nur so früh wie Du muss. Ist eine GmbH die sprichwörtliche Kanone, mit der auf Spatzen geschossen wird.

Im Nachdenken über das Gespräch habe ich folgende Annahmen erkannt, die Ralf und Stefan meines Erachtens nach ihren Gedanken zugrunde legen:

  • Agilität und Flexibilität, auch in der Unternehmensstruktur, soll man trägen Zusammenarbeits-Strukturen allemal vorziehen.
  • Unsere Beratergesellschaft ist der Start-Inhalt für die GSWmbH.
  • Für unsre Beratungsleistungen braucht es keine GmbH, die können wunderbar auch mit einer GbR umgesetzt werden. Nur eben viel agiler und flexibler.
  • Für die Beratungsfirma braucht es auch kein Geld von Dritten.

Das hat mich zu folgenden Erkenntnissen gebracht.

  • Für mich ist die Umsetzung der beratergruppe s·w mit einem gleichwertigen Grundeinkommen und allen Mitarbeitern als geschäftsführenden Gesellschaftern nicht das RealExperiment. Und braucht natürlich auch kein Geld von Dritten. Wir werden unsere Beratergruppe zwar auch so entwickeln, allerdings braucht sie in absehbarer Zeit weder eine(n) SekretärIn, noch eine(n) Putzfrau(-mann), noch eine(n) AssistentIn. Es werden hier also drei gleichwertige Menschen unter gleichwertigen Bedingungen zusammen arbeiten. Das ist nichts wirklich Experimentelles oder Überraschendes, finde ich.
    Bis wir da also in spannende experimentelle Regionen vorstoßen, kann einige Zeit vergehen, wenn wir es überhaupt schaffen. Eine Beratungsfirma unter den Konditionen Grundeinkommen + Ermächtigung aufzubauen ist keine Herausforderung und auch kein Experiment. Das Experiment beginnt dort wo das „menschliche Material“ laut betriebswirtschaftlichem Vorurteil nicht geeignet ist, die Verantwortung eines geschäftsführenden Gesellschafters zu übernehmen. Für dieses Experiment würde uns Geld von Dritten wiederum außerordentlich weiter helfen, da es den Zeitraum bis wirklich experimentelle Bedingungen bestehen, die zu testen es lohnt, vehement verkürzt.
  • Die erste Bedingung unseres Experiments kann dadurch deutlicher werden, dass man sie anders herum ausdrückt. Im Film sagen wir: Wir erfinden das Gefäß neu. Durch Ralf und Stefan ist mir klar geworden, was das andersherum bedeutet und welche Herausforderung darin wirklich steckt.
    Der Umkehrschluss ist: Wir brauchen kein konkretes Produkt und keine konkrete Dienstleistung.
    Natürlich haben wir Ideen für Produkte und Dienstleistungen, die wir machen möchten und als sinnvoll ansehen, doch wenn wir die beratergruppe s·w außen vor lassen, wollen wir im Moment nichts wirklich Konkretes vorweisen, das wir -ohne weitere Mitarbeiter – sofort angehen könnten. Unsere Vorstellung ist: Unternehmen ergeben sich um Menschen herum im Rahmen von Interaktionen. Demnach fehlen uns weder Produkte noch Dienstleistungen, stattdessen fehlen uns noch die Menschen, die ihre Produkte und Dienstleistungen oder unsere Ideen gemeinsam mit uns und wir mit ihnen in einer Unternehmung umsetzen wollen. Das Hauptaugenmerk dieser Firma sind nicht die Produkte und Dienstleistungen, sondern das Unternehmensgebäude und seine Kultur. So wird jedes Produkt und jede Dienstleistung, wenn wir uns dafür entscheiden, ein eigenes Geschäftsmodell bekommen und mehr oder weniger – von exorbitant bis überhaupt nicht – wirtschaftlich erfolgreich sein. Der Zweck des Unternehmens für das RealExperiment bleibt: Die langfristig verlässliche Existenz der GSW
    Sprich die erste Bedingung des Experiments ist: Es braucht kein bestimmtes Produkt und keine reelle Dienstleistung, um ein Unternehmen zu Gründen. Die Sehnsucht, anders zusammen arbeiten zu wollen, reicht völlig aus.
  • GmbH oder GbR? Nach abwägen der vielen guten Argumente oder besser gesagt, der vielen Fragen, die Ralf und Stefan gestellt haben, komme ich zum Schluss: Das ist Geschmacksache. Ralf und Stefan haben Recht, dass unsere Unternehmensberatung keine GmbH braucht und wir im Moment auch keinen Unternehmensinhalt haben, der eine GmbH zwingend erforderlich macht. Für mich entsteht das RealExperiment allerdings in der Herausforderung, dass die GSW möglichst schnell produziert, handelt und Dienste leistet und somit alle klassischen Wirtschaftszweige 1. bedient und 2. das unter den gesetzten Bedingungen des Experiments im realen Markt erfolgreich macht. Das wäre der Kern des RealExperiments und dafür ist die GmbH ein gängige und erprobte Gesellschaftsform. Wir prüfen im Moment gemeinsam den Verwaltungs- und Bürokratieaufwand, mit dem sich die GmbH von der GbR unterscheidet. Am Ende aller sachlichen Argumente wird es eine Gefühlsentscheidung bleiben, die sich in den nächsten Wochen vollzieht und zu einer Gründung führen wird ;).

Soweit erst einmal die erste Lektion in Demut – weitere werden folgen …

Gruß Gebhard

RealExperiment Pencast #1 – prio.walk 14.10.2010

Hallo liebe Freunde, Förderer, Fans und Kritiker des RealExperiments –

heute haben wir das erste Pencast des RealExperiments online gestellt. Allerdings konnten wir aus technischen Gründen die Pencast Doku eines spannenden Gesprächs mit Stefan Lieser, Ralf Westphal und mir (Andreas) während der zweiten Etappe des prio.walks hier in diesem Blog nicht online stellen. Ihr findet sie dafür auf meinem integral.blog.

Ralf & ich beim prio.walk

Ralf & ich beim prio.walk

Euch allen viel Spaß beim Zuschauen und Zuhören.

Liebe Grüße

Andreas

Liebeserklärung an die moderne Betriebswirtschaft

Gerade ist mir folgender Textauszug in die Ohren gedrungen und er ist so passend, dass ich ihn euch nicht vorenthalten möchte.

Es ist ein Liebesgedicht von Heinz Rudolf Kunze aus seiner Platte Kommando Zuversicht. Der Titel des Gedichts ist „peinlich“.

Hier nun der Textauszug:

capitalism and other kids stuff

Du bist tumb und vergesslich
Und Du biederst dich an
Außerdem bist Du hässlich
Du bist wirklich arm dran

 

Ja – ich sags Dir ganz offen
Diese Welt ohne Dich
Wär ein Anlass zum Hoffen
Und ein Segen für mich

 

Schatz, Du hast doch die Wahl
Sogar jene der Waffen
Überdenk doch einmal
Dich ins Jenseits zu schaffen

 

Geh von selbst in die Binsen
Tu den großen Gefallen
Endlich nicht mehr Dein Grinsen
Endlich Frieden uns allen.

 

Hey – vergiss die Erlösung
So was gibt’s nicht für Dich
Du bist pure Verwesung
Du verunstaltest mich

Grüße Gebhard

Selbstanzeige

 

Gebhard

Gebhard

 

Ich lege mir zur Last, im Zeitraum 2000 bis 2007 als Projektmanager und Berater folgendes begangen zu haben:

Ich habe das bestehende Arbeitssytem gestützt und erhalten.

Beweismittel Den Rest des Beitrags lesen »

Neue Kategorie – Nähkästchen

manly sewing kit 2

Image by kbake via Flickr

Im Nähkästchen wird es persönlich und es wird natürlich geplaudert!

Wir, die Mitarbeiter des RealExperiments, nehmen hier ganz persönlich Stellung zu Rahmenbedingungen und Hintergründen unseres Vorhabens. Hier wird abgegrenzt, eingestanden, angezeigt, bekannt, reflektiert, hergezogen und anderes mehr.

Das Nähkästchen legen wir auch als Kategorie an, so dass ihr alle damit zusammen hängend Posts schnell findet.

Also, viel Spaß beim stöbern im Nähkästchen!

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